Ozeanforschung

Förderung 2027-2028 GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Stresstoleranz bei wirbellosen Meerestieren (SEASTRESS)

Meerestiere in Küstenregionen sind zahlreichen Stressoren ausgesetzt, die auf die Nutzung von Küstenmeeren und den Klimawandel zurückgehen. Dazu gehören Hitzewellen, aber auch Sauerstoffmangel, Unterwasserlärm oder Schwankungen im Salzgehalt, die auf einen vermehrten Süßwassereinstrom zurückgehen. Die Fähigkeit von Tieren diesen Umweltstress zu tolerieren, ist entscheidend für die zukünftige Stabilität und Funktionsfähigkeit der betroffenen Ökosysteme. Was bedingt aber diese Fähigkeit?

Hierzu gibt es bereits zahlreiche Konzepte und Untersuchungen, die aber geschlechtsabhängige Unterschiede in der Stresstoleranz zumeist außen vor lassen. Dies ist überraschend, da sich die Geschlechter, beispielsweise bei Wirbellosen, in ihrem Verhalten, ihrer Morphologie und ihrer Physiologie deutlich unterscheiden können. Die Tatsache, dass das Geschlecht von Tieren in ökologischen Experimenten, etwa zu den Auswirkungen des Klimawandels, immer noch weitestgehend ignoriert wird, ist problematisch, da sein Einfluss zu einer Fehlinterpretation der Forschungsergebnisse, einer Fehlkalibrierung ökologischer Modelle und einer Fehlbewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen im Arten- und Biotopschutz führen könnte. Das Sammeln von Daten über geschlechtsbasierte Unterschiede in der Stresstoleranz von Arten und die Einbeziehung des Geschlechts als Faktor in das Design ökologischer Studien wurde daher bereits als wichtige Verbesserung der Forschung vorgeschlagen.

Im Rahmen von SEASTRESS wird Dr. Mark Lenz vom Forschungsbereich Marine Ökologie und Benthische Systeme des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung umfassende Daten über die Stresstoleranz bei männlichen und weiblichen Individuen zweier ökologisch wichtiger Gruppen mariner wirbelloser Tiere sammeln, was die Hans und Ria Messer Stiftung gerne unterstützt und fördert: Miesmuscheln (in 2027) und Flohkrebse (in 2028). Gleichzeitig wird der Forschende dieses Ziel mit der Ausbildung junger Wissenschaftler:innen verbinden.